Häuser sind viel mehr als eine geordnete Ansammlung von toten Steinen. Für mich sind sie lebendig und in ihrer Ausstrahlung und ihrem Charakter ganz unterschiedlich wahrnehmbar. Und das liegt nicht nur an der architektonischen Gestaltung und der Einrichtung. Häuser erzählen Geschichten und die können sehr spannend sein.

Vielleicht hast du bereits einmal die Erfahrung gemacht, dass du in ein Haus hineinkommst und dich direkt wohl und geborgen fühlst. Oder umgekehrt, du spürst in dir ein Unbehagen, obwohl du äußerlich betrachtet in einen schönen Raum eingetreten bist. Manchmal scheint sich an bestimmten Plätzen in deinem Haus eine deutlich wahrnehmbare Schwere auf dich zu legen. Oder dich überfällt eine Energielosigkeit, die dich daran hindert, deine täglichen Herausforderungen erfolgreich zu meistern.  

Woran liegt das? Können wir unser Haus so unterstützen, dass es uns eine nährende, energiegebende Wohlfühlumgebung schenkt?

Diesen Fragen möchte ich etwas nachgehen. Viele Faktoren können dabei eine Rolle spielen. Wir schauen uns das Grundstück, die Geschichte des Hauses und die Herausforderungen durch Familiengeschichten an.

Das Grundstück als Basis

Früher wussten die Menschen, wo sie ihre Häuser am besten bauen und wo lieber nicht. Dieses Wissen basierte vielfach auf der Beobachtung der Natur. So wurden zum Beispiel Grundstücke nah an Flüssen bewusst nicht bebaut, um bei einem möglichen Hochwasser den Fluten Platz zum Ausweichen zu lassen. Ein Haus und seine Bewohner wären an einem solchen Ort immer einer latenten Gefahr ausgesetzt.

Häuser und GeschichteEs gibt jedoch auch Grundstücke mit einer besonderen Geschichte. Meistens kennen diese nicht mehr viele Menschen. Sie ist aus dem Bewusstsein verschwunden. Trotzdem bleibt auf energetischer Ebene immer etwas zurück. Dies ist wahrnehmbar, wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten. Intuitiv können wir erfassen, ob es sich um einen guten Ort zum Leben handelt oder nicht.

Heute wird jeder freie Fleck bebaut. Deshalb gibt es Wohnquartiere, wo früher zum Beispiel eine Mülldeponie gewesen ist. Ein weiteres mir bekanntes Beispiel ist ein Stück Land, auf dem früher einmal eine Schule gestanden hat. In dieser Schule gab es vor Jahrzehnten einen Amoklauf mit Toten und Verletzten. Das weiß heute zwar kaum noch jemand. Doch solche Ereignisse hinterlassen unsichtbare Spuren.

Bei der Auswahl eines Grundstücks für das zukünftige Zuhause stellen sich daher folgende Fragen:

  • Was war vorher auf dem Bauland? 
  • Gab es „historische“ Ereignisse direkt dort oder in der Gegend?
  • Wie ist das Grundstück in die Umgebung eingebunden?
  • Welche Aufgaben hatte das Grundstück früher?

Ob ein Stück Boden Landwirtschaftszone war oder ob dort früher einmal ein Schlachthof stand, macht auf der energetischen Ebene einen deutlichen Unterschied.

Zugegeben, das sind sehr krasse Beispiele. Sie sind jedoch alle real. Es kommt tatsächlich gar nicht so selten vor, dass die Geschichte des Grundstücks der Auslöser für ein fehlendes Wohlbefinden der Hausbewohner ist. 

Erlebnisse eines Hauses

Ähnliches wie für das Grundstück gilt auch für ein bereits existierendes Haus. Wenn es Vorbewohner hatte, haben diese in der Regel bei ihrem Auszug einiges von ihrer persönlichen Geschichte in den Räumen zurückgelassen. Vor allem in alten Gebäuden mit bereits zahlreichen Bewohnerwechseln erben die Nachfolger oft einen reichhaltigen Cocktail an fremden energetischen Hinterlassenschaften. 

Sehr deutlich konnte ich das einmal in einer psychosomatischen Klinik wahrnehmen. Das Gebäude war in seiner Geschichte einmal ein Kinderheim, später das vorübergehende Zuhause von nach Deutschland eingewanderten Russland-Deutschen und danach ein Hotel gewesen.

Ein anderes Beispiel ist ein inzwischen als Wohnhaus für Mitarbeitende genutztes altes Holzhaus, das zuvor über Häuser erzählen Geschichten50 Jahre von Menschen mit verschiedenen überwiegend psychisch bedingten Einschränkungen bewohnt worden war. In noch früheren Zeiten ist das Gebäude das Waisenhaus des Ortes gewesen. Einige Einwohner verknüpfen bis heute teilweise nicht sehr schöne Erinnerungen damit.

Beide Liegenschaften waren als Bauwerk durchaus interessant und hatten ihre eigene Schönheit. Allerdings war in ihnen deutlich eine Schwere wahrnehmbar, die ein spontanes Wohlfühlen verhinderte. 

Auch diese beiden Beispiele sind sicherlich ganz speziell. Grundsätzlich stellen sich aber bei jedem Haus, das neue Besitzer erhält, einige Fragen:

  • Wie alt ist das Haus? 
  • Was ist von seiner Geschichte bekannt?
  • Wie wurde das Gebäude bisher genutzt?
  • Wer waren die Voreigentümer bzw. Vorbewohner?
  • Wie ging es den Voreigentümern bzw. den bisherigen Bewohnern im Haus?
  • Gibt es erkennbare Muster oder bestimmte sich wiederholende Ereignissen (z.B. viele Einbrüche, Krankheiten, Scheidungen usw.)? 

Die Antworten geben wichtige Hinweise. Sie führen mitunter zu den Ursachen, wenn sich die Bewohner nicht wohl und geborgen in ihrem Zuhause fühlen.

Familiengeschichten

Manchmal stecken ganze Familiengeschichten in einem Haus. Jeder Mensch trägt vieles von seiner Herkunftsfamilie und seinen Vorfahren in sich. Bestimmte Prägungen, Verhaltensweisen, Glaubensmuster usw. werden auf diese Weise immer weiter gegeben und wirken in jede Generation hinein. Oft sind deutlich bestimmte „Familienmuster“ erkennbar. Mitunter kann dies zu einer echten Belastung für betroffene Menschen werden. Denn sie spüren das Gefangensein in fremden Feldern. Besonders extrem zeigt sich das oft in Häusern, die bereits über Generationen vererbt worden sind.

Aber Hausbewohner können ebenfalls ihre Familiengeschichten mit in ein Haus bringen, ohne dass die eigenen Vorfahren dort gelebt haben. Solche Verschränkungen können langfristig hängenbleiben, selbst wenn inzwischen andere Menschen hier zuhause sind. 

Sind familiäre Verschränkungen in einem Haus wahrnehmbar, besteht dringender Handlungsbedarf. Da wir als neue Bewohner nicht in fremde Muster hineingezogen werden wollen, ist es wichtig, diese Verbindungen zu erkennen und dann aufzulösen.

Quintessenz

Ein Haus hat also tatsächlich viel zu erzählen. Hören wir hin und fragen es, was es braucht, damit es seinen neuen Bewohnern nährende Energien schenken kann.  Nur so kann es zum Wohlfühl-Zuhause werden.

Mit geeigneten systemischen Methoden ist es möglich, alle belastenden Verschränkungen zu lösen. Eine gründliche Analyse vom Grundstück, dem Haus selber und den Familiengeschichten ist dafür jedoch die wesentliche Voraussetzung.

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